1. April 2025 - Kreiswerke Barnim/1Heiz Energie GmbH
Die derzeitigen Eigentümer des Holzkraftwerkes in Eberswalde und die Kreiswerke Barnim GmbH (KWB) befinden sich in fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen zum Erwerb des HoKaWe in Eberswalde, welches von der 1Heiz Energie GmbH betrieben wird. Zum Verhandlungspaket gehört auch das an das Kraftwerk angrenzende Pelletwerk, welches vom HoKaWe mit Strom und Wärme versorgt wird. Darüber informierten die Verhandlungspartner am gestrigen Tag die Mitarbeitenden des Kraftwerkes.
„Wir freuen uns, dass wir für unsere Absichten einen regional verwurzelten Partner finden konnten, der dafür einstehen wird, das Werk weiter zu betreiben und vor allem sachgerecht weiter zu entwickeln,“ äußert sich Wolfram Krabbe, einer der beiden Geschäftsführer der 1Heiz Energie GmbH erfreut zum bisher Erreichten.
„Priorität hat für die Verhandlungspartner zunächst, die Mitarbeitenden des HoKaWe über den bevorstehenden Kauf zu informieren und so mit einzubinden, dass diese die Umstellung kraftvoll unterstützen können. Nach intensiven Vertragsverhandlungen befinden wir uns aktuell in der Phase der finalen Entscheidungen, die es aus unserer Sicht essentiell macht, Öffentlichkeit herzustellen“, erklärt Christian Mehnert, Geschäftsführer der Kreiswerke Barnim GmbH und führt weiter aus: „Wir haben mit dem Werk exzellente Chancen, eine nachhaltige Strom- und in einem zweiten Schritt eine nachhaltige Wärmeversorgung für alle Eberswalder*innen zu fairen Preisen zu ermöglichen.“
Neben dem Aufsichtsrat der Kreiswerke Barnim, der sich bereits in seinen Beratungen mit dem Stand der Verhandlungen beschäftigt hat, werden sich in den kommenden Wochen auch die Gremien des Landkreises Barnim intensiv in die anstehenden Entscheidungen einbringen. Die Fraktionen des Kreistages sind deshalb ebenfalls vom Landrat Daniel Kurth über die Aktivitäten informiert worden.
Mit dem Erwerb fügt sich ein weiterer Baustein in die Vision der Kreiswerke ein, den Landkreis Barnim perspektivisch zu 100% unabhängig von fossiler Energie zu machen und autark zu versorgen.
Nach einer möglichen Übernahme durch die Kreiswerke Barnim soll das Werk zunächst weiterhin für die Erzeugung von Strom genutzt werden. Es sollen zunächst Synergiepotentiale für die Verwertung von Restholz aus dem Landkreis insbesondere seiner Kommunen gehoben werden. Außerdem soll das Unternehmen in die Strukturen der Kreiswerke Barnim integriert werden.
Nach Überlegungen der KWB soll das HoKaWe perspektivisch für einen Teil der Wärmeversorgung der Stadt Eberswalde bereitstehen, was bereits 2012 das Ziel der damals geplanten Übernahme war. Gespräche und Abstimmungen dazu sind sowohl mit der Eberswalder Rathausspitze, den politischen Gremien und dem Energieversorger in Vorbereitung.
Sofern die hierzu notwendigen Beratungen erfolgreich verlaufen, soll die bei der Verbrennung entstehende Abwärme über Fernwärmeleitungen in lokale Nahwärmenetze transportiert werden und stünde in der Zukunft den Eberswalder*innen zum Beheizen von Wohn- und Geschäftsräumen zur Verfügung.
Kurzinfo rund um das Kraftwerk:
- Baujahr 2006, Pelletwerk 2009
- Feuerungswärmeleistung 68 MW, Elektrische Leistung 20MW
- Kann bis zu 40.000 Haushalte mit Strom versorgen
- Produziert darüber hinaus auch Wärme
- Pelletwerk produziert ca. 35.000 t p.a. Holzpellets
Das Kraftwerk ist grundlastfähig. Das bedeutet, dass diese Kraftwerke einerseits gut regelbar sind und andererseits bieten sie technisch die nötige Flexibilität für einen Ausgleich der Schwankungen von Wind- und Solarenergie.
Die Erzeugung von Strom aus Biomasse mithilfe eines Biomassekraftwerks (HoKaWe) gilt nach europäischer Richtlinie für Erneuerbare Energien (RED III) als erneuerbare Energie. Die Verbrennung von Holz gibt dabei nur so viel CO² frei wie zuvor vom Baum gebunden wurde.